Brücke am Kwai

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Das wohl bekannteste Bauwerk des Landes ist diese Brücke am Kwai. Sie befindet sich in der Nähe der Stadt Kanchanaburi, etwa 130 km nordwestlich von Bangkok, in einer der fruchtbarsten Provinzen Thailands. Die Stadt selbst ist für Touristen wenig interessant, bekannt ist der Ort vor allem für die Brücke am Kwai.

Im Zweiten Weltkrieg hatten die japanischen Besatzer eine Eisenbahnlinie zwischen Bangkok in Thailand und Rangun in Birma gebaut, die die Besatzung logistisch unterstützen sollte. Der offizielle Name der Bahnlinie war „Burma Railway“ – sie wurde jedoch inoffiziell als „Death Railway“ bezeichnet. Im Ort Kanchanaburi wurden zwei Brücken gebaut, eine hölzerne und eine zweite aus Beton und Stahl. Etwa 16.000 alliierte Gefangene sowie um die 100.000 Kulis aus Myanmar, Indien, China, Indonesien, Malaysia und Thailand kamen bei den Arbeiten und deren harten Bedingungen ums Leben. Die Geschichte der Brücke wurde im Roman „Die Brücke am Kwai“ von Pierre Boules´ verarbeitet, der als Grundlage für den gleichnamigen Spielfilm von David Lean aus dem Jahre 1957 diente.

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Jährlich findet Ende November bzw. Anfang Dezember direkt an der Brücke das River Kwai Bridge Festival statt. Im Rahmen des Festes soll eine Show das Kriegsgeschehen der damaligen Zeit verdeutlichen, dabei geht es nach Angaben der Veranstalter um die Verbreitung einer „Anti-Kriegs-Botschaft“. Mehrere tausend Besucher wohnen jedes Jahr dem mehrstündigen Spektakel bei, ein Jahrmarkt mit kulinarischen Genüssen und netten Verkaufsständen rundet das Festival ab.

Nicht irritieren lassen darf man sich von der Tatsache, dass die Brücke ganz anders aussieht als die im gleichnamigen Filmklassiker. Das Original wurde im Jahr 1945 von amerikanischen Bombern zerstört und deshalb ist heute nur ein Nachbau zu besichtigen. Der Film wurde deshalb nicht am Originalort, sondern in Sri Lanka gedreht.

Für weitere Informationen ist das Thailand-Burma Railway Centre in Kananchaburi lohnenswert. Hier erfährt man alles über den Bau der Eisenbahnstrecke. In diesem Museum stehen ausführliche Fotodokumentationen und ein neun Meter langes Modell der „Burma Railway“ zur Besichtigung zur Verfügung.